Glossar

Adel   Der Adel (lat.: nobilitas, althochdeutsch: Abstammung, Geschlecht) ist eine in den meisten Lndern Europas untergegangene privilegierte Gesellschaftschicht. In feudalen Stndeordnungen war sie die herrschende soziale Schicht (Stand), gegrndet auf Geburt, Besitz, Zuerkennung und gelegentlich auf Leistung. Sie hatte besondere Lebensformen und ein hoch entwickeltes Standesethos.

 

Akronym   Kunstwort, das als Buchstabenfolge aus den Anfangsbuchstaben (Initialen) mehrerer Wrter gebildet wird und selbst wieder aussprechbar ist; ein Akronym gilt als Sonderfall der Abkrzung. So wurde aus Actien-Gesellschaft fr Anilinfarben Agfa, aus "Fabbrica Italiana di Automobili Torino" Fiat und aus "natrlich und kiefergerecht" NUK. Bei Akronymen lassen sich mehrere Sonderformen unterscheiden:
Apronym (Akronym, das ein bereits existierendes Wort ergibt, z.B. D.A.S.)
- Backronym (Akronym, dessen Bedeutungsinhalt sich nachtrglich gendert hat, z.B. AEG)
- Mehrschichtiges Akronym (Akronym, bei dem einzelne Buchstaben fr mehrere
Worte mit gleichem nfangsbuchstaben stehen)
- Rekursives Akronym (Akronym, bei dem die Erklrung selbst das Akroynm beinhaltet, z.B. PHP fr "PHP: Hypertext Preprocessor"
quivalenzmarken   Handelsmarken, die eingefhrte Herstellermarken imitieren, ohne ber eine eigene Identitt zu verfgen (alternativ ist die Positionierung als Gattungs- oder Premiums-Handelsmarken mglich).
Assoziation   Verknpfung von Vorstellungen, von denen die eine die andere hervorgerufen hat.

 

Avatar   knstliche Person oder graphischer Stellvertreter einer echten Person (z.B. Dr. Z) in einer virtuellen Welt (dargestellt als Bild, Icon oder 3D-Figur); als virtueller Verkufer (oder Presenter) im Internet verfgt ein Avatar ber individuelle Gesichtszge, eine eigene Mimik und Gestik, die ihn zu einem symbolischen Akteur der Marke werden lassen.
Bedarf   Ein Bedarf ist der durch Kaufkraft konkretisierte Wunsch nach Beschaffung von Gtern zur Befriedigung von Bedrfnissen. Er entsteht durch eine Abweichung des Ist-Zustandes vom Ideal-Zustand.
Der Begriff Bedarf bezeichnet innerhalb der Wirtschaftswissenschaft den Umfang derjenigen Bedrfnisse, die mit den vorhandenen Geldmitteln befriedigt werden knnen bzw. sollen. Aus Bedarf generiert sich Nachfrage nach bestimmten Waren und Dienstleistungen (Gtern); diese wird dann am Markt wirksam. Daher ist es wichtig, Bedrfnisse und Bedarf zu unterscheiden.
Begleitende Marke   Form des Ingredient Branding, bei der eine Marke ber mehrere Stufen der Vertikalkette bis hin zum Endverbraucher verwendet wird (vgl. z.B. Intel, TetraPak und Gore-Tex);
Bekanntheitsgrad (Awareness Level)   prozentualer Anteil potenzieller Kunden, die eine Leistung, eine Marke oder ein Unter-nehmen kennen (Markenbekanntheit); Geml und Lauer beschreiben den Be-kanntheitsgrad als "ein Ma fr die Popularitt, d.h. fr den so genannten Share of mind (Bewutseins-Marktanteil)" (Das kleine Marketing-Lexikon, 2004, S. 55), wobei zwischen ungesttztem (auch als Recall bezeichnet) und gesttztem (auch als Recognition bezeichnet) Bekanntheitsgrad unterschieden werden kann.
Bildmarke   Bei einer Bildmarke handelt es sich um eine spezielle grafische Darstellung oder eine Kombination von Wort- und Bildelementen mit oder ohne Farbe.
Branding   Ausgehend vom ursprnglichen "Brandzeichen" zur Eigentums-Kennzeichnung von Tieren beschreibt Branding heute alle Aktivitten zum Aufbau einer Marke, mit dem Ziel, das eigene Angebot aus der Masse gleichartiger Angebote hervorzuheben und eine eindeutige Zuordnung von Angeboten zu einer bestimmten Marke zu ermglichen.
Buzz   allgemein als "Gerede" bezeichnet; Buzz gilt als authentische Form der Mund-zu-Mund-Kommunikation (Word-of-Mouth), die von den Kunden selbst ausgeht; demgegenber handelt es sich bei "Hype" um geplante Propaganda eines Unternehmens, die als nicht authentisch angesehen wird; die Herausforderung fr Unternehmen besteht nun darin, die Mund-zu-Mund-Propaganda (heimlich ins Rollen zu bringen bekommen, ohne als Initiator wahrgenommen zu werden; dem "Corporate Paradox" zufolge gilt, dass Neuigkeiten ber Produkte eines Unternehmens also umso weniger glaubwrdig angesehen werden, je strker ein Unternehmen aus Kundensicht bei der Verbreitung
involviert ist.
Celebrity (Berhmtheit)   Eine der Zielgruppe bekannte, nicht anonyme Person (z.B. Prominenter), die in der Kommunikation fr eine Marke auftritt und diese empfiehlt oder fr deren Qualitt brgt, auch "Testimonial", "Prsenter", Endorsee oder "Spokesperson" genannt
Direktverkauf (Direktvertrieb/ Direct Sales)   Direkte Geschftsbeziehung zwischen Hersteller und Endabnehmer unter Ausschluss von Absatzmittlern; beim Direktvertrieb erfolgt die direkte Lieferung der Waren an Endverbraucher unter Umgehung des Einzelhandels; zu den wichtigsten Formen des Direktvertriebs zhlen:
- persnlich: Auendienst, Belegschaftshandel, Fabrikverkauf (Factory-Outlets) und Partyverkauf (Avon, Tupperware etc.)
- schriftlich: Versandhandel (Mail-Order)
- telefonisch: Telefonverkauf (Call-Center)
- elektronisch: Fernsehen (Tele-Shopping), Internet (E-Commerce)
Elite   Unter Elite (urspr. vom lateinischen electus, ausgelesen) versteht man soziologisch Gruppen oder Schichten berdurchschnittlich qualifizierter Personen (Funktionseliten, Leistungseliten) oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (Machteliten) einer Gesellschaft. Konkret bezieht sich der Begriff meist auf nher definierte Personenkreise, wie z. B. die Bildungselite.
Jetset   bezeichnet gewhnlich eine internationale Gruppe der Reichen und Schnen, die eigene Aktivitten rund um die Erde veranstalten, zu denen die meisten Menschen keinen Zugang haben.
Kaufsucht   Die Kaufsucht (fachspr. Oniomanie, von griech. onios = zu verkaufen; engl. shopaholism ; auch Kaufwahn, Kaufzwang, Noemie) ist eine psychische Strung, die sich als zwanghaftes, episodisches Kaufen von Waren und Dienstleistungen uert. Sie wird hnlich wie die Spielsucht oder die Arbeitssucht nicht als eigenstndige Krankheit gesehen, sondern zu den Zwangsstrungen gerechnet (Gruppe F42.x im ICD-10), manchmal auch zu den Impulskontrollstrungen (F63.x). Sie war bereits 1909 in der ersten Auflage des Lehrbuches von Emil Kraepelin enthalten.
Konsum   Unter Konsum (lat. consumere: verbrauchen) versteht man im Allgemeinen den Verzehr oder Verbrauch von Gtern. Im volkswirtschaftlichen Sinne steht der Begriff fr den Kauf von Gtern des privaten Ge- oder Verbrauchs durch Konsumenten (Haushalte). Betriebswirtschaftlich wird oft der Output von Gtern als Konsum bezeichnet.
Luxus   bezeichnet Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche ber das bliche Ma (den blichen Standard) hinausgehen bzw. ber das in einer Gesellschaft als notwendig und - zum Teil auch - fr sinnvoll erachtete Ma. Luxus fasst damit Phnomene zusammen, die fr einen groen Teil der Bezugsgruppe zwar erstrebenswert sind, aber nicht erreichbar. Deshalb ist ihr Tauschwert oft erheblich, das heit der Preis fr ihren Erwerb hoch und deshalb sind Luxusgter meist nur auf der Grundlage einer entsprechenden Ausstattung mit Macht oder Reichtum zu erwerben.
Materieller Luxus demonstriert eine Lebensform, die sich wegen ihrer exklusiven Merkmale vom normalen gesellschaftlichen Leben abhebt, und sich oft als Erfolgs- und Statussymbol reprsentiert. Eine luxurise Lebensweise zeigt sich unter anderem in erlesenen Speisen und Getrnken sowie in teurer Kleidung, in Schmuck, teuren Autos und exklusiven Domizilen.
Marke (Brand)   Eine Marke gilt als Zeichensystem und damit originr als kommunikatives Phnomen, das aus einem oder mehreren der folgenden Markenelemente besteht: Name, Begriff, Zeichen, Symbol, Gestaltungsform etc.; Ziel einer Marke (frher: > Warenzeichen) ist es, die Leistung eines oder mehrerer Anbieter zu kennzeichnen und von Wettbewerbsangeboten zu unterscheiden.
Markenartikel   Klassischer Markenartikel
Marke des Massenbedarfs, mit einem seine Herkunft kennzeichnenden Merkmal
(z.B. Markenname) eines Herstellers oder Handelsunternehmens, geprgt von
gleichbleibender Aufmachung und Menge, unvernderter oder verbesserter Qualitt, Verbraucherwerbung, hohen Bekanntheitsgrad und weiter Verbreitung am Markt; Domizlaff zufolge liegt die Kunst der Markenartikelbildung darin, "aus einer mehr oder weniger anonymen Ware, die in keinster Weise besonders bevorrechtigt ist - allerdings mu sie qualitativ tadellos sein - eine Ware zu gestalten, die wie eine patentierte Erfindung die Sicherheit eines Monopols gewhrleistet".
Markenerlebnis (Brand Exterience)   Bei Markenerlebnissen handelt es sich Kilian zufolge um "Erlebnisse, die mit einer oder mehreren Marken unzertrennlich verbunden sind." Dabei lassen sich zwei Entstehungspfade unterscheiden: "Entweder die Marke wird zum Erlebnis oder das Erlebnis zur Marke." Grundstzlich nehmen Markenerlebnisse eine Zwischenstellung zwischen innen- und auenorientiertem Nutzen, zwischen Prestige und Erlebnis ein. Dabei kommt der Marke die Rolle eines "Garanten" zu, der so weit als mglich positive empfundene Erlebnisse sicherstellt und damit das negative Erlebnisrisiko minimiert
Monopol   Ein Monopol (monos = "allein" und pōlein = "verkaufen") ist eine Marktsituation, in der fr ein Gut nur ein Anbieter oder nur ein Nachfrager existiert.

Dies fhrt hufig dazu, dass der Monopolist bei seiner Preisgestaltung nur auf die Nachfrage bzw. das Angebot Rcksicht nehmen muss und nicht auf den Wettbewerb.
Unter der Annahme des Ziels einer Gewinnmaximierung muss ein Monopolist bercksichtigen, dass hhere Preise zu einem Rckgang der Nachfrage am Markt fhren. Je hher der Preis, desto weniger Kunden sind bereit und in der Lage, diesen Preis zu zahlen. Bei Konkurrenz mehrerer Anbieter ergbe sich ein eher an den Produktionskosten orientierter niedrigerer Preis und eine hhere angebotene Menge. Insbesondere bei rechtlichen Monopolen greift daher hufig der Staat in die Preisgestaltung des Monopolisten ein: Marktregulierung.
Playboy   bedeutet im Englischen junger Lebemann. Playboy ist die heute nicht mehr so hufig benutzte Bezeichnung fr einen reichen Mann (oft einen reichen Erben) der High Society, der sein Geld vorrangig fr Freizeitvergngen ausgibt, sich in Nachtclubs aufhlt und viele wechselnde Frauen- oder Mnnerbekanntschaften hat eigentlich ein wunderbarer Nichtstuer (Gunter Sachs), fr dessen exzentrische Vergngungen sich vor allem die Boulevardpresse interessiert.
Reichtum   Das Wort Reichtum bezieht sich auf die Verfgbarkeit von materiellen oder immateriellen Gtern, welche das Leben bereichern. Heutzutage wird Reichtum hufig quantitativ auf Geld und Besitztmer bezogen, lsst sich aber grundstzlich nicht auf materielle Gter reduzieren. Das entsprechende Adjektiv lautet reich.

Reichtum bezeichnet den berfluss an geistigen oder gegenstndlichen Werten, insbesondere die Tatsache des Besitzes von materiellen Gegenstnden. Die Bedeutung geistigen Reichtums wird hufig unterschtzt, lsst sich aber aus materieller Sicht kaum darstellen. Gesellschaftlich gesehen erfordert Reichtum die allgemein akzeptierte bereinkunft, dass Dinge, Land oder Geld jemandem gehren und dass dieses Eigentum geschtzt wird. Das Verstndnis von Reichtum unterscheidet sich in verschiedenen Gesellschaften.
Slogan (Claim)   Markenelement: Kurze Phrase in der Markenkommunikation, die deskriptive (beschreibende) und/oder emotionale Informationen ber eine Marke transportiert und dazu dient, die Wiedererkennung und Positionierung einer Marke (> Markenpositionierung) zu untersttzen; Werbeschlagwort oder -zeile, d.h. einprgsam und wirkungsvoll formulierte Redewendung, umgangssprachlich auch "Reklamespruch" genannt.